Drei Perspektiven auf
dieselbe Lücke
Zwei von uns kennen sich seit dem Gymnasium. Konstant geblieben sind über die Jahre zwei Dinge: die enge Bindung zu unseren Großeltern und der Kraftsport. HALTBAR ist aus dem Wunsch entstanden, unseren Eltern und Großeltern zu ermöglichen, würdevoll zu altern — und daraus, dass wir kein Angebot gefunden haben, das dafür beides ernst nimmt: die Studienlage und den Alltag.
Heute sind wir zu dritt, mit drei Zugängen zum selben Problem. Sinan kommt aus der biomedizinischen Forschung, Julian aus der Datenanalyse, Marwin aus der Sporttherapie. Was im Kurs und in der App landet, muss durch alle drei.
Ein Sturz meiner Oma hat mir gezeigt, wie schmal der Grat zwischen Selbstständigkeit und Pflegebedarf ist. Meine Großeltern besuche ich jeden Sonntag, seit ich ein Kind bin — meine Eltern haben mir früh beigebracht, unsere Älteren und die Zeit mit ihnen zu schätzen. Umso mehr trifft es mich, zu sehen, wie meine einst so eigenständige Oma seit ihrem Unfall körperlich und mental abbaut.
Beruflich komme ich aus der biomedizinischen Forschung. Ich schließe meinen M.Sc. Molekularbiologie an der Humboldt-Universität Berlin im Frühjahr 2027 ab und arbeite aktuell am Berlin Institute of Health der Charité an Stammzelltherapien gegen Leberfibrose. Davor forschte ich am Max-Delbrück-Centrum und im Labor von Emmanuelle Charpentier, Nobelpreisträgerin und Mitentdeckerin der Genschere CRISPR/Cas9.
Was mir während meiner akademischen Laufbahn immer deutlicher auffiel: Forschung und Finanzierung richten sich fast vollständig auf die Behandlung von Krankheiten. Das ist wichtig, und es rettet Leben. Gleichzeitig bedeutet es, dass wir unverhältnismäßig viel Geld dafür aufwenden, Probleme zu beheben, die oft hätten verhindert werden können.
HALTBAR beginnt an der anderen Seite. Wir bauen Muskelkraft für diejenigen auf, die sie am dringendsten brauchen: die Sandwich-Generation zwischen 40 und 65. Die Datenlage deutet dabei klar in eine Richtung — wer seine Muskelkraft bis ins hohe Alter erhält, lebt nicht nur länger, sondern verbringt diese Jahre in deutlich besserer Verfassung. Genau daran scheitern die bestehenden Angebote: Sie erreichen diese Altersgruppe nicht und geben ihr nichts an die Hand, das wirkt. Diese Lücke wollen wir schließen.
Was ich zu HALTBAR beitrage, ist die Studienlage. Jede Entscheidung im Kurs und in der App soll sich daran messen lassen — denn wir wollen, dass unsere Eltern ihre wohlverdiente Rente in bester körperlicher Verfassung auskosten.
Als Jugendlicher habe ich leidenschaftlich Fußball gespielt, seit dem jungen Erwachsenenalter bin ich im Krafttraining und im Boxen zuhause. Kraft und Bewegung waren für mich nie ein Projekt, sondern immer ein Teil davon, wie ich lebe.
Meine Familie und ihre Gesundheit liegen mir sehr am Herzen: Meine Großeltern besuche ich regelmäßig, und seit einigen Monaten gehe ich gemeinsam mit meiner Mutter ins Fitnessstudio. Ihr glückliches Lächeln nach einem anstrengenden Workout ist einer der Hauptgründe, warum ich HALTBAR gründen wollte — um auch anderen dieses bestärkende Gefühl und die wertvolle gemeinsame Zeit zu ermöglichen.
Meinen Bachelor in BWL habe ich genutzt, um meine eigentliche Leidenschaft zu finden: Datenanalyse. Aktuell arbeite ich an meinem Master in Information Systems Management an der TU Berlin, mit Fokus auf maschinelles Lernen. Bei HALTBAR bringe ich beides zusammen — das Verständnis dafür, wie Training im Alltag wirklich funktioniert, und die Methoden, um aus Forschung konkrete, individuelle Empfehlungen zu machen.
Ich arbeite seit 2023 als Sporttherapeut in einem Berliner Reha-Zentrum. Zu mir kommen Menschen nach der Hüft-OP, nach dem Sturz, nach dem Bandscheibenvorfall. Viele sagen irgendwann denselben Satz: dass sie gerne früher angefangen hätten.
Was mich an dieser Arbeit hält, ist, wie viel möglich ist. Kraft lässt sich in fast jeder Lebensphase aufbauen, auch nach langen Pausen. Der Unterschied liegt darin, ob jemand mit 50 anfängt oder mit 70 anfangen muss.
Meinen B.A. habe ich in Sporttherapie und Prävention gemacht, dazu kommen die Zertifizierungen für Osteoporose- und Sturzprophylaxetraining.
Bei HALTBAR leite ich die Präventionskurse. Meine Aufgabe ist die Übersetzung: Aus der Methodik wird eine Kursstunde, die Menschen ohne Trainingserfahrung mitmachen können und die trotzdem einen echten Reiz setzt. Und weil ich sehe, woran es in der Praxis scheitert, geht das auch in die andere Richtung.